Ein Erfahrungsbericht zum Coaching

Vor fast einem Jahr durfte ich zusammen mit Anna arbeiten.

Es dauerte eine Weile bis es zu einem Termin kam. 

Es braucht halt Mut sich seinen Schatten zu stellen, den Einflüssen die einen daran hindern sein Leben so zu gestalten, wie man es sich wünscht.

 

Ich werde oft gefragt, was genau denn eigentlich Coaching ist und wobei es helfen kann.

Anna war so freundlich mir eine Erfahrungsbericht über unsere Arbeit zu schreiben, der einen Einblick erlaubt, auf welche Art und Weise  sich eine Zusammenarbeit gestalten kann.

 

Auch wenn es hier nicht wirklich um das Thema Pferd und Mensch geht, ist es doch das Thema Pferd, welches uns eine gemeinsame Basis gab.

 

Die folgende Geschichte hat mich sehr berührt und es war nicht immer einfach bei so einem Thema immer eine Art "Abstand" halten zu können. Denn auch als Coach und Hypnotiseur ist man natürlich letztendlich ein Mensch.

"Letztendlich war es ganz anders, als ich mir vorstellte"

"Durch meinen Freund habe ich Jennys Nummer bekommen. Sie jedoch anzurufen hatte ich mich erst nicht getraut.

Doch wir sind ins Gespräch gekommen. Ich habe mich für das Angebot des Coachings bedankt, habe ihr aber auch meine Bedenken und Zweifel mitgeteilt.Wenn ich jetzt darüber nachdenke, war der Anfang des Coachings nicht erst beim ersten Mal skypen, sondern schon an dem Tag, als sie mich durch Fragen in die richtige Richtung „gecoacht“ hat.

 

Ich dachte ich würde über meine Erlebnisse ausgefragt werden und müsste merkwürdige Aufgaben beantworten, die meines Erachtens nach unlogisch und nutzlos sein würden. Dass in meiner Vergangenheit und längst „abgehakten“ Erlebnissen herum gestochert werden würde und ich im Endeffekt nur immer wieder alles beschreiben und erzählen müsse. Doch letztendlich war es ganz anders. 

 

Der Grund weshalb ich überhaupt erst über über das Coachingangebot nachgedacht habe, waren Trauer, Zorn und Schuldgefühle.

Meine beste Freundin Sophie hat es in ihrem Leben nicht immer leicht gehabt.

 

Als sich eine ihrer großen Schwestern das Leben nahm, kamen Trauer, Depressionen, schwere Schuldgefühle und wahrscheinlich noch größere Einsamkeit dazu.

Sie kam in eine Tagesklinik um das Geschehene zu verarbeiten.

 

Nach etwa einem halben Jahr schien es bergauf zu gehen und sie unternahm wieder mehr – schien regelrecht aufzublühen. Sie lachte wieder mehr und war auch in ihrer Freizeit viel aktiver als zuvor. Während ich im Urlaub war, wurde der Druck und das Verlangen bei ihrer Schwester zu sein für Sophie zu groß und sie fand einen Weg Frieden zu schließen. Sie nahm sich ebenfalls das Leben – nur 9 Monate nach ihrer Schwester.

 

Durch meine langjährige Freundschaft mit Sophie war ich der Familie sehr nahe und habe mich ihr auch verbunden gefühlt. Doch nach Sophies Tod hat sich etwas verändert.

In meinem Kopf veränderte sich die Bedeutung der von Sophie´s  Mutter immer freundlich gemeinten Sprüche wie: „Du gehörst doch zur Familie!“ und „Dich würde ich auch adoptieren!“. Ich fing an Zorn verschiedenster Arten zu empfinden, wurde unsicher und fühlte mich gleichzeitig verpflichtet der Familie gegenüber loyal und hilfsbereit zu sein.

Ich half bei der Vermittlung von Sophie´s  Hund an eine neue Familie und passte auf den anderen Hund auf, während ihre Mutter in den Urlaub flog.


Aus ganz verschiedenen Gründen wurde der Zorn gegen Sophie´s  Mutter immer größer.

Es waren Gespräche, Äußerungen ihrerseits, Zeilen aus Sophie´s  Abschiedsbrief.

Puzzleteile die sich zusammen zu fügen schienen. Ich fühlte ihr gegenüber Verachtung, Zorn und Trauer, doch fühlte mich auch verantwortlich.

Verantwortlich für das Glück der Familie. "

"Die erste Sitzung fing an"

"In der ersten Sitzung ging es um Sophie´s Selbstmord und die damit verbundenen Schuldgefühle. Später dann um ihre Mutter und mein übertriebenes "Verantwortlichfühlen" ihr gegenüber – letztendlich generell anderen gegenüber. 

 

 

Ich habe mein Inneres in der Zeit als unruhig und verwirrend beschrieben. Ich habe mich so sehr im Kreise gedreht, dass ich nicht mehr wusste was richtig oder falsch war – für mich. Durch Hypnose haben wir das Karussell angehalten, doch die größten Hürden habe ich

durch´s aktiv werden überwunden. Mir darüber bewusst zu werden, dass ich keine Schuldgefühle zu haben brauche und dass der Begriff „Schuld“ generell in diesem Zusammenhang mehr als unpassend ist.

 

Das alles fiel mir unglaublich schwer, doch die größte Hürde war wieder den Blick für das wichtige zu erlernen und das sogenannte „Helfersyndrom“ zu kontrollieren. Kontrolle ist sicher der falsche Begriff – es geht eher darum zu lernen einzuschätzen, wann wirklich Hilfe gebraucht wird, und wann ich überreagiere.

 

Vor den Gesprächen in den Sitzungen, hatte ich Phasen von tiefer Trauer, die teilweise mehrere Tage angehalten hatte. An solchen Tagen habe ich mich verkrochen – nicht im übertriebenen Sinne, aber meinem direkten Umfeld ist es aufgefallen. Dazu kam, dass ich Sophie´s  Mutter ständig irgendwelche Wünsche erfüllt habe – und gleichzeitig unglaublich wütend auf sie war. 

Während der Sitzungen haben sich die Phasen gelegt und ich habe bewusst öfter „Nein“ sagen können.

Das zuvor beschriebene Karussell hat aufgehört sich zu drehen, bzw. ich habe gelernt es anzuhalten. Auch der Zorn gegen Sophie´s  Mutter hatte sich etwas gelegt und ich habe einen anderen Blickwinkel angenommen." 

"Nicht nur sagen, sondern auch fühlen"

"In den Stunden in denen wir miteinander gearbeitet haben, sind viele verschiedene Gefühle in mir hochgekommen. Innerhalb einer Stunde konnte ich tiefe Trauer, Zorn, aber auch Fröhlichkeit und Glück fühlen. Mir wurde geholfen mich in verschiedene Situationen hinein zu fühlen, aber auch wieder heraus zu kommen und Abstand zu gewinnen. Auch wenn ich mich mal hilflos gefühlt habe.

Doch nach jeder Stunde konnte ich mit gutem Gefühl sagen, dass es mir besser geht. Oft nachdenklich, aber besser.
Mir hat sehr geholfen, dass mir leitende Fragen gestellt wurden, statt auf mich einzureden.

Das hat bewirkt, dass ich mich in Situationen regelrecht hineingefühlt habe. Jennys Art mich auf einen anderen Blickwinkel aufmerksam zu machen, hat ebenfalls bewirkt, dass ich nicht nur gesagt habe „Ich weiß, dass…“, sondern, dass ich auch voll dahinter stehen konnte – nicht nur sagen, sondern auch fühlen."

Heute

"Nun ist das ganze schon eine Weile her und es hat sich so einiges getan.

Mit der Trauer um Sophie kann ich mittlerweile gut umgehen. Ich vermisse sie immer noch – aber in einem gesunden Maß.
Von Sophie´s  Mutter konnte ich mich endlich lösen. Verschiedene Situationen und Geschehnisse haben dafür gesorgt, dass ich für mich entschieden habe, sie aus meinem Leben gehen zu lassen. Sie hat sehr positive Seiten an sich, doch für mich war es doch das beste Abstand zu gewinnen – und es geht mir gut damit.

Ich bin mir sicher, dass Jennys Coaching einen großen Teil dazu beigetragen hat, dass ich im Stande war diese Entscheidung zu treffen.

Aus der Zeit, in der Jenny mit mir gearbeitet hat, habe ich gelernt auf mich selbst zu achten. Die Zeichen meines Körpers noch besser zu deuten und Entscheidungen zu treffen, die für mich das beste sind – nicht nur für andere.

 

Zu guter Letzt kann ich nur sagen, dass Coaching und vor allem Coaching bei Jenny mir sehr geholfen hat. Ich habe mich von Anfang an bei ihr in guten Händen gefühlt und es trotz unangenehmer Themen und Fragen genossen. Ich würde es jedem empfehlen."

 


"Die Art und Weise wie man selbst in sich hineinfühlt und dann lernt sich selbst zu verstehen ist große Klasse und sehr wichtig"

 

 

Ich bedanke mich aus ganzem Herzen, für diesen persönlichen Einblick von Anna !

 

Es geht in meiner Arbeit weniger um Beratung und schon gar nicht um die Wertung einer Situation oder den Empfindungen !

Es geht darum, Wege zu finden, mit denen man selbst arbeiten kann. Möglichkeiten aufzudecken und Perspektiven zu finden- fern von Meinungen und Einflüssen anderer.

 

In unseren Gesprächen ging es anfänglich erst einmal darum, sich Luft zu machen.

Alles was blockierte, an Gedanken und Empfindungen überhaupt benennen zu können.

Zu sehen wo kommt es her, was macht es mit ihr- was fehlt Anna um mit dem Thema umgehen zu können ?

Wie können wir das Karussell anhalten auf dem sie sitzt und den Blick verzerrt ?

 

Es war ein fließendes arbeiten und zu erleben wie sie auch zwischen unseren Terminen weiter arbeitete und mir ihre neuen Gedanken in den nächsten Terminen offenbarte war sehr schön zu beobachten !

 

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